Melodien werden wirklich. Euer Zuhören gibt ihnen Gewicht.
Hör zu – schon dein Zuhören verändert das Werk. Je länger du bleibst, desto mehr Gewicht bekommen die Töne, die gerade klingen. Wenn du gehst, zeigt JCself Langeweile und sucht neue Wege.
Gib deinen Namen in den Strom. Jeder Buchstabe berührt eine Stelle in allen drei Feldern, und alle hören deinen Namen sofort. Wenn du magst, steht er danach mit Datum und Uhrzeit unter „Spuren“.
Klicke in eine Landschaft. Dort bekommen die Töne Gewicht, und das Feld gewinnt Stimmen. Alle, die gerade zuhören, hören es sofort.
Sinus weich spielt reine Sinustöne, frei, genau so, wie JCself sie errechnet: in hundert Stufen je Oktave, ohne Tonsystem, auch zwischen den Halbtönen.
Crescionda spielt die Töne frei, genau so, wie JCself sie errechnet. Die Landschaft, aus der JCself seine Töne wählt, wird selbst zur Klangfarbe: Der Abstand ihrer zwei höchsten Berge bestimmt, mit welcher Frequenz jeder Ton moduliert wird, die Höhe aller Berge, wie stark – je höher die Berge, desto reicher der Klang. So erscheint dieselbe Gestalt im Großen, im Verlauf des ganzen Stückes, und im Kleinen, im Inneren jedes einzelnen Tones: Selbstähnlichkeit.
Gong: JCself errechnet seine Töne frei, in hundert Stufen je Oktave, ohne Tonsystem. Es erklingt jeweils die Aufnahme aus Peter Heerens Gong-Bank, deren Hauptton dem errechneten Ton am nächsten liegt – so, wie sie ist, nie transponiert, voll ausklingend. Das Tonsystem gibt hier der Gong selbst.
Klicke in eine der drei Landschaften, um den Tönen dort Gewicht zu geben. Alle hören es.
Viele Stimmen: Auf schwächeren Geräten kann der Klang stocken.
Zusammen: Alle drei Felder klingen – links Sinus weich, in der Mitte Crescionda, rechts der Gong.
Jede Änderung gilt für alle, die zuhören.
Wer eine Landschaft berührt, verändert den Strom – für alle, die gerade zuhören, und für alles, was danach kommt. Das Gewicht verweht, die Spur bleibt.
JCself Strom klingt ohne Pause weiter, seit dem 1. November 2026 und ohne Ende: Es klingt, solange es Strom gibt. Melodien suchen ihren Weg: Jede Stimme folgt einer Linie in kleinen Schritten, und die Landschaft redet mit. Alles, was hier geschieht, verändert die Wahrscheinlichkeiten, mit denen JCself die nächsten Töne wählt. Schon das Zuhören: Je länger jemand bleibt, desto mehr Gewicht gibt seine Aufmerksamkeit den Tönen, die gerade klingen. Auch das Weggehen: Wer geht, zeigt JCself Langeweile, und der Strom sucht sich neue Wege. Und wer eine Landschaft berührt oder seinen Namen hineingibt, gibt den Tönen dort Gewicht.
Drei Felder spielen zugleich: A Sinus weich, B Crescionda und C Gong – jedes ein eigener JCself mit eigener Landschaft und eigenem Schwarm von Stimmen. Hört alle drei zusammen, oder gezappt: Dann wählt ein Zuhörer, wohin er hört – dorthin, wo es ihn überrascht, bis er sich daran gewöhnt hat.
So beeinflussen sich A, B und C: Sie hören einander. Jeder Ton, den ein Feld spielt, hinterlässt in den beiden anderen Landschaften eine Spur, halb so stark wie im eigenen Feld. Sie liegt auf demselben Ton, in die Oktave verlegt, in der das andere Feld gerade spielt. Spielt der Gong einen Ton, wird dieser Ton auch für Sinus und Crescionda wahrscheinlicher. So finden die drei zu verwandten Tönen, und doch bleibt jedes in seiner Lage. Zugleich ringen sie um eure Gunst: Wem ihr zuhört und wen ihr berührt, der bekommt Stimmen von den anderen, höchstens alle 20 Sekunden eine. Jedes behält dabei mindestens die Hälfte seines Schwarms. Wer alle drei zusammen hört, gibt allen dreien Gunst. Wer gezappt hört, gibt sie dem Feld, in dem der Zuhörer gerade ist, und auch der Zuhörer selbst gibt ihm Gunst. Eine Berührung lässt auch ihn aufhorchen. Lässt die Aufmerksamkeit nach, verblasst die Gunst, und die Stimmen wandern zurück.
So zappt der Zuhörer: Er hört immer nur ein Feld, für alle gleich. Ein Feld weckt seine Aufmerksamkeit, wenn es ihn überrascht: mit einem großen Sprung, mit einem Ton, der viel mehr oder viel weniger Gewicht hat oder viel länger oder kürzer klingt als die Töne davor, und am meisten mit einem Gipfel seiner Landschaft. Die Überraschung klingt in wenigen Sekunden ab. Ein Feld mit vielen Stimmen fesselt ihn nicht schon durch seine Menge. Je länger er einem Feld zuhört, desto mehr gewöhnt er sich daran, nach etwa zehn Sekunden schon deutlich. Ein überraschender Ton dort frischt ihn wieder auf, und was er eine Weile nicht gehört hat, wird ihm wieder neu. Dazu schwankt seine Laune ein wenig, wie bei jedem Zuhörer. Setzt in einem anderen Feld ein Ton ein, der ihn um ein Viertel mehr fesselt als das gehörte Feld, wechselt er dorthin. Das tut er aber erst, wenn er im gehörten Feld wenigstens einen Ton ganz gehört hat. Wer ein Feld berührt, lässt ihn dort aufhorchen.
Das Gewicht selbst verweht, und wie schnell, entscheidet der Zufall. Spielt JCself anderswo, ist nach 17 Minuten noch die Hälfte übrig. Spielt JCself dort, wo es liegt, nutzt es sich ab, und die Hälfte ist oft viel früher fort. Spätestens nach 15 Stunden ist rechnerisch nichts mehr davon da. Doch schon Sekunden nach einem Eingriff spielt JCself andere Töne, als es ohne ihn getan hätte, und findet nie mehr auf den alten Weg zurück. Jeder Ton, der danach erklingt, auch in ferner Zukunft, gehört zu einem Stück, das es ohne diese Person nicht gäbe. So bleibt jeder, der hier war, im Stück: eine Art Verewigung. Wer mag, trägt sich mit seinem Namen ein, Datum und Uhrzeit hält JCself Strom selbst fest: